Wer kennt sie nicht, die absurden Sprach-Kapriolen, mit denen wir täglich konfrontiert werden.
Da wird gebläht ("intergouvermentale Absprachen", "instrumentelle menschliche Fortplanzungsmedizin")
aus der "Kuh" wird die "Großvieheinheit" und aus "Zielen" die vielzitierten "Zielsetzungen".
Wolf Schneider arbeitete bei der Süddeutschen Zeitung, beim Stern, bei der Welt und ist bekannter
Lehrer und Mahner, wenn es um die deutsche Sprache geht. Sein Buch
"Deutsch für Kenner" deckt die
Marotten der Sprechenden und Schreibenden auf, die uns mit schönen, aber unsinnigen Wörtern und
Formulierungen einlullen. "Wer nicht geradeaus schreiben kann - kann der gerade denken?", gibt
Schneider gleich im ersten Satz des Buches zu bedenken und sagt in den nachfolgenden Kapiteln Blähung,
Krampf und Satzpolypen den Kampf an. Ein wertvolles Buch mit Vergleichen und Beispielen für alle Schreibenden,
die es besser machen wollen. Und ein wertvolles Buch für alle Lesenden, die sich schon immer gefragt
haben, warum einfache Sachverhalte nicht ebenso einfach dargestellt werden.
W. Schneider
Deutsch für Kenner
Piper, München, Zürich